Touring Car Masters heiß wie nie

Touring Car Masters: Pannoniaring 5. & 6. Juli  2019

Touring Car Masters heiß wie nie

Bei echter Gluthitze fand inmitten der ungarischen Puszta das vierte Rennwochenende der Touring Car Masters statt. Heiß waren aber auch die Fights auf der Strecke. Die größten Pokale eroberten Bob Bau und Franz Lahmer.

Ausgerechnet in der ohnehin immer etwas wärmeren ungarischen Puszta, auf dem Pannoniaring, fand inmitten der Anfang Juli ganz Europa in Atem haltenden Hitzewelle im Rahmen des RSC Race Weekends das vierte Rennwochenende der Touring Car Masters statt.

Zum ersten Mal in dieser Saison zündete auch Georg Karner wieder seinen Porsche 991 GT3 Cup. Er blickt mit Freude zurück  auf dieses Rennwochenende: „Es war ein großartiges Hitze-Weekend bei 32 Grad Außentemperatur, im Cockpit hatte es bis zu 90 Grad.“

Was Karner wichtig ist: „Die Rennen haben gezeigt, dass Amateure einander nichts schenken – viel weniger noch als die Profis. Zugleich gibt es eine tolle Kollegialität – und die Serie ist wirklich gut organisiert.“ Wie sehr in der TCM gefightet wird, hat Karner dann selbst im ersten Rennen eindrucksvoll bewiesen – mehr dazu weiter unten.

Das am Beginn der Urlaubszeit stattfindende Rennwochenende fand ohne dem Vorjahreschampion Oliver Michael und auch ohne dem aktuellen TCM Gesamtführenden Ernst Kirchmayr statt.

Daher ließ sich der TCM-Vizechampion des Vorjahres, Bob Bau, nicht zweimal bitten. Der 57-jährige Baumeister und passionierte KTM X-Bow-Pilot, der sich erst mit 45 Lebensjahren seinen Jugendtraum, Rennen zu fahren, erfüllte, hämmerte im Qualifying für das erste Sprintrennen in der Gluthitze des Freitagnachmittags eine wahre Bombenbestzeit in den ungarischen Asphalt. Mit 1:56,589 Minuten war er gleich um 1,5 Sekunden schneller als Porsche-Pilot Franz Lahmer. Es sah also alles danach aus, dass es das Wochenende des Bob Bau werden würde. Und beinahe wurde es das auch  – mehr dazu weiter unten…

Dafür durften die Touring  Car Masters zum ersten Mal Otmar Hacker in ihren Reihen begrüßen, der wie Bob Bau ebenfalls auf einen KTM X-Bow setzt und sich fürs erste Rennen auf Platz zehn von 15 qualifizieren konnte.

Sein TCM-Debüt gab auch Klaus Klaffenböck. Der frühere Seitenwagen-Weltmeister und dreimalige Tourist Trophy-Sieger, der nunmehr als Reiseführer zur berühmt-berüchtigten Isle of Man tätig ist und in der TCM bislang als Teamchef von RP Events & Promotions auftrat, übernahm in Ungarn den Porsche seines Piloten Clemens Stadler und schlug sich beachtlich. Im Qualifying für das erste Rennen belegte „Klaffi“ noch Platz neun von 15, doch dann steigerte er sich kontinuierlich, im zweiten Lauf verpasste er als Vierter knapp das Podium.  Franz Lahmer nickt: „Wenn er so weitermacht, fährt er bald ganz vorne mit.“

 

Sprint Race 1:  Premierensieg für Franz Lahmer

„Dieses Rennen hätte ich eigentlich gewinnen sollen“, sagt Bob Bau. Angesichts der überlegenen Qualifying-Bestzeit eine wahre Aussage. Und warum hat er nicht gewonnen? Der Polesetter lacht: „Ich habe leider den Start verschlafen und so kam es in der ersten Kurve zu einer Berührung mit John Ford. Dabei ist die Lenkstange des X-Bow geknickt, da musste ich abstellen.“

Ganz und gar nicht verschlafen hat den Start Josef Stadtegger – er konnte, von Platz vier aus startend, die Führung übernehmen, gefolgt von Franz Lahmer, der rundenlang wie ein Schatten hinter ihm lauerte. Lahmer erzählt: „Josef hat den besten Start erwischt und ich habe mich an ihn drangehängt. In Runde sieben oder acht konnte ich ihn dann aber klassisch ausbremsen.“ Für Stadteggerkam es noch schlimmer: In Runde zehn musste er seinen Porsche 991 GT3 Cup wegen eines technischen Problems abstellen.

Franz Lahmer war nun der Führende, doch in seinem Rückspiegel war groß und mächtig der Porsche von John Ford zu sehen. Lahmer nickt: „John hat Druck gemacht bis zum Schluss – aber da habe ich mittlerweile genug Routine, um mich davon nicht nervös machen zu lassen.“ Dabei ging es für Lahmer um seinen ersten Gesamtsieg in der TCM, den er schließlich mit 0,979 Sekunden Vorsprung feiern durfte: „Das war schon ein überwältigendes Gefühl – ich habe bislang  zwar Klassensiege und Gesamt-Stockerlplätze errungen, aber ein Gesamtsieg fühlt sich noch besser an.“

Auf Platz drei landete Georg Karner, der sich im Qualifying für den dritten Startplatz qualifiziert hatte, doch dann einen Rückschlag hinnehmen musste: „Ich bin durch einen eigenen Fehler auf Platz elf zurückgefallen, konnte mich aber wieder bis auf Platz drei vorarbeiten.“

In der TCM2 gewann Manuel Meisinger im Seat Leon MK2  vor Rudi Happl.

 

Sprint Race 2:  Aber jetzt – Bob Bau siegt

Im Qualifying für das  zweite Rennen hatte Bob Bau erneut die Pole herausgefahren- doch wieder war der Start nur suboptimal. Bau erzählt: „Ich wurde von Josef Stadtegger überholt, dabei haben wir uns auch berührt. Doch ich blieb dicht an ihm dran und zwei Runden vor Schluss habe ich ihn überholt.“

In Runde zwei kam es zur Kollision zwischen John Ford und Georg Karner, die beide zur Aufgabe zwangen. Karner dazu: „Er ist sehr optimistisch auf der Innenseite der ersten Kurve reingestochen und ist mir rechts hinten reingefahren – aber das haben wir gleich nach dem Rennen freundschaftlich besprochen, da hege ich keinen Groll.“

Der Sieger des ersten Rennens, Franz Lahmer, hatte sich für die vierte Startposition qualifiziert, wäre auch auf dieser Position ins Ziel gekommen, wenn da nicht ein Missverständnis gewesen wäre:  „Ich habe in der letzten Runde eine schwarze Flagge gesehen, diese galt jedoch Gerald Hofer – doch ich dachte, die wurde mir gezeigt, weshalb ich in die Boxengasse reingefahren bin. Da jedoch auch in der Boxengasse eine Zielllinie ist, habe ich dadurch nur einen Platz verloren.“

Nachdem Rudi Happl im zweiten Rennen seinen Audi S3 Turbo in der  MZR-Garage stehen ließ, um einem KTM X-Bow die Sporen zu geben (Platz 7 gesamt), hieß der Sieger der TCM2 erneut  Manuel Meisinger .

 

Ravenol 1h Race:  Bob Bau  im Alleingang

Im Ravenol 1h Rennen siegte das Trencar Team  –  Bob Bau fuhr hier ohne  Fahrerwechsel ganz alleine einem weiteren grandiosen Sieg entgegen. Auf Platz zwei landete das Team K2Max-Team mit Franz Lahmer und Georg Karner.  Auf Platz drei landeten Josef Stadtegger und Gerald Hofer.

 

Die Punktestände:

Sprint gesamt:

  1. Ernst KIRCHMAYR 135 Punkte
  2. Franz LAHMER 84 Punkte
  3. Josef STADTEGGER 82 Punkte

Sprint Klassen-Leader:

TCM2: Manuel MEISINGER

TCM4: John FORD

TCM5: Ernst KIRCHMAYR

TCM6: Bob BAU

 

Endurance gesamt:

  1. Josef MEYER 81 Punkte

=. Luca RETTENBACHER         81 Punkte

  1. John FORD 58 Punkte

=. Dieter SVEPEC                        58 Punkte

  1. Ernst KIRCHMAYR 48 Punkte

=. Philipp BARON                        48 Punkte

Endurance Klassen-Leader:

TCM2: Rudolf HAPPL

TCM4: John FORD & Dieter SVEPEC

TCM5: Josef MEYER & Luca RETTENBACHER

TCM6: Bob BAU

Am 9. und 10. August steigt auf dem Slovakiaring  die fünfte Runde der Touring Car Matsers, die als Nightrace abgehalten wird.

 

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