TCM begeistert mit „Krimi“ im zweiten Sprintrennen

Spannendes Racing am zweiten TCM-Rennwochenende in Brünn: Im ersten Sprint landeten die Top 5 innerhalb von nur fünf Sekunden. Im zweiten Rennen kämpften Bob Bau und Oliver Michael bis zum Schluss um den Sieg – für Höchstspannung sorgten ein mit Grip-Problemen kämpfender Ernst Kirchmayr und sein Verfolger John Ford, der wiederum einen Porsche-Pulk hinter sich halten musste…

Auf dem tschechischen Automotodrom vor den Toren Brünns wurde am 26. und 27. April 2019 das zweite Rennwochenende der Touring Car Masters (TCM) abgehalten – wie immer fanden die  Renn- und Trainingseinheiten innerhalb der Histo Cup Austria-Familie statt. Die Anreise und der erste Tag  wurden von freundlichem, frühlingshaftem Wetter begleitet, in der Nacht von Freitag auf Samstag jedoch kam es zu einer deftigen Abkühlung  um rund 15 Grad.

Den Temperatursturz live miterleben „durfte“ die Crew vom MZR Motorsport Zentrum Ried, welche die beiden Audi  S3 von Mario Traxler und Rudi Happl in der TCM zum Einsatz bringt. Mario Traxler erzählt: „Bei der Anreise gab es ein kleines Fiasko. Eines der beiden Transportfahrzeuge, der Sprinter ist eingegangen, in Sankt Pölten. Wir mussten dann in Windeseile ein anderes Zugfahrzeug organisieren, das haben wir in Tulln gefunden. Dann haben wir das Rennauto an der Autobahn stehengelassen, sind nach Tulln gefahren,  um mit einem neuen Zugfahrzeug wieder nach Sankt Pölten zu fahren. Von dort ging es dann weiter nach Brünn. Der Audi, er heißt bei uns ‚die gelbe Heidi‘, kam gegen 1 Uhr hier an – dann haben unsere Burschen noch alles aufgebaut. Viel Zeit zum Schlafen ist da nicht beblieben.  Rudi und ich hingegen gehen schlafen, frühstücken und können unbeschwert rennfahren – so ein Team kann man sich nur wünschen, wir sind sehr verwöhnt. Unsere Mechaniker machen einen tollen Job!“ Ein Dankeschön, das im Grunde all den motorsportbegeisterten Crewmitgliedern und Helfern aller TCM- und Histo Cup-Teams gilt. Wenn die Piloten dann spannende Rennen ausfechten und ihre Crews gebannt vor den Monitoren stehend das Rennen verfolgen, ist das der Lohn für die oftmals harte Arbeit…

Sprint Race 1:  Sieg für den Tabellenleader

Zunächst jedoch galt es, via Qualifying die Startaufstellung für das erste Rennen zu ermitteln. Mit 2:08,510 Minuten brannte der vorjährige und somit erste Gesamt-Champion der Touring Car Masters, Oliver Michael in seinem Porsche 991 GT3 Cup die schnellste Zeit in den Asphalt. KTM X-Bow-Liebhaber Bob Bau hätte sich mit der zweitschnellsten Zeit für die erste Startreihe qualifiziert – da er jedoch das Fahrzeug wechselte respektive das Rennen in einem anderen X-Bow  absolvieren wollte, wurde er auf den letzten Startplatz zurückversetzt. Neben Oliver Michael stand daher Ernst Kirchmayr in Reihe eins – er hat in Spielberg alles gewonnen und kam daher als einsamner Tabellenleader nach Brünn…

Das erste Sprintrennen wurde gleich am Beginn entschieden: Ernst Kirchmayr nutzte die erste Startreihe, setzte sich vor Oliver Michael und gab die Führung  dann auch nicht mehr ab. Allerdings blieb Michael stets in Schlagdistanz – als Zweitplatzierter lag er lediglich 1,2 Sekunden zurück. Platz drei gesamt belegte Josef Meyer, ihm fehlten nur 2,3 Sekunden auf den Sieger.  Die Top 5  lagen nur innerhalb von vier Sekunden. Der von der dritten Startposition aus ins Rennen gegangene John Ford befand sich jedoch nicht in dem Quintett: Gleich am Beginn spuckte sein Porsche 997  große „Feuerwolken“ – etwas nüchterner beschrieben handelte es sich um einen Motorschaden, der John Ford nur eine einzige absolvierte Runde gönnte. Auf dem Gesamtpodium  standen Ernst Kirchmayr (Ferrari F488 Challenge/Sieg Klasse TCM5), Oliver Michael (Porsche 991 GT3 Cup/Platz zwei in der TCM5) und Josef Meyer (Porsche 991 GT3 Cup/Platz drei der TCM5). Der vom letzten Platz aus startende Bob Bau sorgte für gehörige Würze in diesem Rennen und konnte sich bis auf Platz sechs gesamt vorarbeiten.

Sprint Race 2:  „We are racing!“

Für das zweite Sprintrennen eroberte Bob Bau dann die Poleposition. Auf Platz zwei landete dann doch ein wenig überraschend jener Clemens Stadler, der heuer im neuen Team von Seitenwagen-Weltmeister Klaus Klaffenböck ein Racing-Comeback nach mehr als 20 Jahren Abstinenz wagt. In der zweiten Startreihe lauerten TCM-Tabellenleader Ernst Kirchmayr und Titelverteidiger Oliver Michael.

Im zweiten Sprint übernahm zunächst Ernst Kirchmayr die Führung – doch wer nun an einen weiteren Durchmarsch des Neo-Ferrari-Piloten dachte, irrte gewaltig. Denn der Spielberg-Dominator kämpfte an diesem Tag mit Reifenproblemen: „Sie haben im zweiten Sprint stark nachgelassen.“ Im Grunde kämpfte Kirchmayr den kompletten Samstag damit, dass die Reifen bei den deutlich tieferen Temperaturen kaum die erforderliche Betriebstemperatur erreichten…

Genau das wiederum sorgte dafür, dass den zweiten TCM- Sprint viele als den „Brünner Krimi“ in Erinnerung behalten werden. Denn schon in der zweiten Runde eroberte Polesetter Bob Bau die Fürhrung zurück, aber auch Oliver Michael zog an dem gelb-schwarzen Kirchmayr-Ferrari vorbei. In der vierten Runde konnte auch Clemens Stadler, der am Start zwei Positionen verlor, Kirchmayr überholen und damit jenen drirtten Platz zurückerobern, den er im Qualifying erkämpft hatte. In der gleichen Runde presste sich auch Gerald Auböck an dem Ferrari  vorbei. Ernst Kirchmayr lag nun auf Platz fünf – hinter ihm formierte sich nun dicht gedrängt ein Pulk aus vier Porsche: John Ford, Franz Lahmer, Josef Meyer und Gerald Hofer. Das gesamte restliche Rennen über lieferten Kirchmayr und sein Verfolger John Ford Motorsport vom Feinsten, wobei Ford seinerseits auch den heißen Atem des hinter ihm fahrenden, mehrmals zum Überholen ansetzenden Franz Lahmer zu spüren bekam.  Immer wieder probierte John Ford, an dem mit seinen Reifenproblemen kämpfenden Kirchmayr   vorbeizukommen – doch der Touring Car Masters-Tabellenführende zeigte Nerven aus Stahl, ließ sich nicht nervös machen, verteidigte seine Position fair aber doch konsequent. Für die Fans und die Crews vor den Monitoren war es das reinste Vergnügen. Einmal gab es sogar eine leichte Berührung der beiden Autos. Schlussendlich konnte Kirchmayr trotz Gripmangel  seinen fünften Platz  verteidigen – John Ford versuchte bis zur Zielflagge, diesen Kampf noch zu gewinnen. Erschöpft erklärte Kirchmayr: „Es war ein schwieriges Rennen, die Reifen wurden immer schlechter – aber trotzdem will man natürlich seinen Platz verteidigen. Ich muss aber auch dazusagen, dass John sehr gut und sehr fair gefahren ist. Ich denke, dass wir beide große Freude mit diesem Duell hatten.“

An der Spitze wiederum fuhr Bob Bau im KTM X-Bow  seinem ersten Sieg in der noch jungen Saison entgegen – der Gesamt-Vizemeister des Vorjahres tat jedoch alles andere als den Vorsprung zu verwalten. Bob lacht: „Ganz genau, denn ich habe bis zum Schluss immer wieder den Druck von Oliver Michael gespürt.“ Der regierende TCM-Champion belegte rund zwei Sekunden hinter Bau den zweiten Platz (Porsche 991 GT3/Sieg in der TCM3). Clemens Stadler, der frühere Kart-Staatsmeister, der nach runden zwei Jahrzehnten ein Renn-Comeback wagte, konnte mit runden zwölf Sekunden Rückstand  den ersten Podiumsplatz seiner „zweiten Rennfahrer-Karriere“ belegen. Freilich sagt er: „Vom zweiten Startplatz aus wäre mehr möglich gewesen.“ Doch auch Platz drei ist mehr, als er nach seinem etwas zu stürmischen Einstand auf dem Red Bull Ring erwartet hatte. Zudem räumt Stadler ein: „Ich bin noch am Lernen. Wo macht man als Fahrer Druck, wo fährt man lieber vorsichtig und so weiter. Aber ich gewöhne mich immer mehr ans Auto – die Richtung stimmt ganz sicher.“

Ravenol 1h Race:  Sieg für Meyer/Rettenbacher

Im Ravenol 1h Rennen konnten Josef Meyer und Profi-Pilot Luca Rettenbacher im Porsche 991  den Sieg einfahren, Platz zwei belegten John Ford und Porsche-Instruktor Dieter Svepes auf einem Porsche 991 Cup mit 28,3 Sekunden Rückstand. Nur rund eine Sekunde dahinter landete Franz Lahmer, der ebenfalls auf Dieter Svepes als Partner setzte.  Ganz ohne Partner fuhr Clemens Stadler: „Ich denke, dass ich jeden Kilometer gut gebrauchen kann, um dazuzlernen.“ Diese Herangehensweise wurde prompt belohnt: Platz vier gesamt   sowie in der Klasse TCM4.

Die Punktestände:

Sprint gesamt:

  1. Ernst KIRCHMAYR 85 Punkte
  2. Oliver MICHAEL 51 Punkte
  3. Bob BAU 42 Punkte

Sprint Klassen-Leader:

TCM2: Manuel MEISINGER

TCM4: Gerald AUBÖCK

TCM5: Ernst KIRCHMAYR

TCM6: Bob BAU

Endurance gesamt:

  1. Josef MEYER 43 Punkte

=. Luca RETTENBACHER         43 Punkte

  1. Ernst KIRCHMAYR 33 Punkte

=. Philipp BARON                        33 Punkte

=. John FORD                               33 Punkte

=. Dieter SVEPES                        33 Punkte

Endurance Klassen-Leader:

TCM2: Rudolf HAPPL

TCM4: John FORD & Dieter SVEPES

TCM5: Josef MEYER & Luca RETTENBACHER

TCM6: Bob BAU

In rund einem Monat, am 24. und 25. Mai wird beim Mozartpreis auf dem Salzburgring das dritte Rennwochenende der Touring Car Masters abgehalten.

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