SPEKTAKULÄRER START IN DIE ZWEITE TCM-SAISON

Viel heiße Action beim großen Saisonauftakt der Touring Car Masters auf dem Red Bull Ring. In der zweiten Saison der neuen Rennserie gab es auch einige Neuzugänge zu begrüßen.  Die Piloten aus dem erstem Jahr blieben allesamt der TCM treu.

Auf dem Red Bull Ring im steirischen Spielberg wurde nach der erfolgreichen Premierensaison am 12. und 13. April 2019 das Jahr 2 der Touring Car Masters eingeläutet. Was TCM-Koordinator Claudia Bidlas ganz besonders freut: „Von den Piloten, die in unserem ersten Jahr dabei waren, sind zu hundert Prozent alle bei uns geblieben. Zudem dürfen wir uns über einige Neuzugänge freuen.“ So kann die TCM beispielsweise den früheren Seitenwagen-Weltmeister Klaus Klaffenböck und sein Team PR Events & Promotions in ihren Reihen begrüßen, dort gab auch Clemens Stadler sein, leider recht kurzes, TCM-Debüt. Er warf den Porsche 911 GT3 Cup schon im Qualifying in die Planken, der frühere Kart-Staatsmeister, der nach 20 Jahren ein Comeback im Motorsport wagt, erklärte zerknirscht: „Vor zwei Wochen, bei einem Test auf dem Salzburgring, lief noch alles gut – hier war ich wohl etwas zu motiviert. Jetzt freue ich mich auf das nächste Rennen in Brünn.“ Ebenfalls an Bord kamen Gerald Auböck in einem Porsche 997 Cup2 und noch einige mehr. Neu ist bei John Ford dafür lediglich der Name – wer dahinter steckt, bleibt, wie bei Pseudonymen üblich, streng geheim.

Der vorjährige TCM-Champion Oliver Michael brachte es mit vier Wörtern auf den Punkt: „Die TCM hat Zukunft!“ Vom erklärten X-Bow-Fan Rob Bau gab es ebenfalls Rosen: „Die TCM hat von 2018 auf 2019 eine tolle Entwicklung durchgemacht. Es gibt ein großes Starterfeld und verschiedene Autos – im Feld findet man immer jemanden, mit dem man sich matchen kann.“ Als „Verbesserung“ bezeichnete Ernst Kirchmayr im Scherz seinen Wechsel auf einen Ferrari F488 Challenge  – die Ergebnislisten dieses ersten Renn-Wochenendes der neuen Saison geben ihm aber im Nachhinein ziemlich Recht…

Sprint Race 1:  Kirchmayr knapp vor Stadtegger

Mit einer Rundenzeit von 1:33,018 Minuten konnte sich Ernst Kirchmayr die Poleposition sichern, neben ihm startete TCM-Gastfahrer Josef Stadtegger – in der zweiten Reihe lauerten Stefan Rupp und Oliver Michael.  Der Start verlief problemlos – Ernst Kirchmayr behielt die Führung, doch Josef Stadtegger blieb in seinem Windschatten.

Einen harten Kampf um Platz acht gab es zwischen Josef Meyer und Franz Lahmer.  Meyer erklärte: „Es war ein klassisches Ausbremsmanöver.  Wenn sich eine Lücke auftut, stechen wir natürlich hinein.“

Mario Traxler wiederum musste seinen Audi S3 Turbo schon nach zwei Runden nach einem Abflug in der Bosch-Kurve abstellen. Der regierende Klassenchampion der TCM2 erklärte: „Es war der erste Unfall in meiner Karriere. Ich sah die Klassenbesten im Rückspiegel näherkommen und wählte die Linie ganz innen, da überholte mich eines der Fahrzeuge und übersah dabei meine Frontlippe – so wurde ich gedreht und krachte mit der Front in die Leitplanke.“ Den Audi wird das Team MZR  Motorsport Zentrum Ried wieder auf Vordermann bringen.

Das Rennen gewann Ernst Kirchmayr (Ferrari F488 Challenge/Klassensieg TCM5) vor Josef Stadtegger (Porsche 991 GT3/Platz zwei TCM5 ) und vor Oliver Michael (Porsche 991 GT3/Platz drei TCM5).

Sprint Race2:  Startkarambolage & erneuter Kirchmayr-Sieg

Im zweiten Sprint Rennen kam es zu einer Karambolage mit drei Fahrzeugen. Der regierende TCM-Champion Oliver Michael und Gastfahrer Zeljiko Drmic  touchierten in der ersten Kurve, Leidtragender war Gastpilot Josef Stadtegger. Oliver Michael dazu: „Zum Glück passieren solche Unfälle selten.“ Denn: „Man fährt ohnehin immer Vollgas!“ Als die Safety Car-Phase eingeleitet wurde, um die gestrandeten Porsche abzuschleppen, erklärte der Streckensprecher etwas belustigt: „Die hier anfallenden Reparaturkosten würden für einen Urlaub von mehreren Personen reichen.“ Abgeschleppt wurden die Porsche von Michael und jene der beiden Gastfahrer Zeljko Drmic und Josef Stadtegger. Audi-Pilot Rudi Happl beschrieb das Szenario treffenderweise als „Slalom durch die Porsche-Leichen“.

Weil auch er von der Kollision betroffen war („Es war nur eine leichte Berührung“) beschloss Josef Meyer,  an die Box zu fahren. Dort haben die Mechaniker keine Schäden feststellen können, sodass er wieder ins Rennen zurückkehrte.  Allerdings übersah der früherere Pilot der Artbauer Days die rote Ampel an der Boxenausfahrt, sodass ihm die schwarze Flagge gezeigt wurde: Disquailifikation! Meyer musste, wie das üblich ist, auch bei der Rennleitung vorsprechen.

Weil somit gleich vier Piloten ausfielen, fand sich Richard Woschitz plötzlich in den Top 5 wieder: „Ich habe in der ersten Kurve die rechte Linie gewählt und kam ohne Schaden durch.“ Doch  dann drehte sich der Porsche-Pilot in der dritten Kurve und fiel auf Platz elf zurück.

Das Rennen gewann erneut Ernst Kirchmayr (Ferrari F488 Challenge/Klassensieg TCM5) vor Stefan Rupp (Nissan GTR/Klassensieg TCM8) und vor John Ford (Porsche 991 GT3/Klassensieg TCM4).

In der Sprint Gesamt Punktetabelle führt nun Ernst Kirchmayr mit 50 Punkten vor John Ford mit 28 sowie Gerald Auböck mit 20 Zählern.

Ravenol 1h Team-Race: Sieg für Kirchmayr/Baron

Für das Ravenol 1h Team Race eroberte Josef Meyer gemeinsam mit Luca Rettenbacher (Porsche 991 GT3) die Poleposition, doch am Ende des einstündigen Rennens hieß der Sieger erneut Ernst Kichmayr (Ferrari F488 Challenge), er hatte sich den langjährigen Piloten der Ferrari Challenge, Philipp Baron als zweiten Piloten angelacht, der ihn auch in der Ferrari Challenge Europameisterschaft betreut.  Das Duo Kirchmayr-Baron konnte das Gespann Meyer/Rettenbacher hinter sich halten, auf Platz drei landeten John Ford und Audi-Instruktor Dieter Svepes.

In der Endurance Gesamt Tabelle führen somit Ernst Kirchmayr und Philipp Baron punktegleich mit je 25 Zählern vor Josef Meyer und Luca Rettenbacher mit je 18 Zählern sowie John Ford und Dieter Svepes mit je 15 Punkten.

Der nächste Lauf der Touring Car Masters steigt schon in zwei Wochen – am 26. und 27. April auf dem Autodromo Brünn.

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